Eremitage

1709 erhielt der Konvertit Josef Gros aus Bensheim die Erlaubnis, auf der Hallstatter Höhe bei Frankenbrunn eine Einsiedelei (Eremitarium) zu gründen. Die von ihm 1718 fertiggestellte und am 26. Mai 1722 durch Propst Franz von Calenberg (1721-1732) benedizierte Kapelle wurde dem Erzengel Michael geweiht. 
Der Erbauer Josef Gros verstarb schon 1723 und wurde neben dem Altar beigesetzt. Die Inschrift auf der Grabplatte in lateinischer Sprache lautet: 


 

ANNO 1723 DIE 28.  FEBRUARY SEPULTUS EST VENERANDUS IN XTO FRAT. JOSEPHUS  GROS EX PENSHEIM  M  ORD  S  FRANC TERT EREMITA SACELLI OPERARIs  AETAT 38. FRAT. 12.  

„Im Jahr 1723 am 28. Februar wurde begraben der in Christus ehrwürdige Bruder Josef Gros aus Bensheim, Einsiedler im dritten Orden des Hl. Franziskus, Erbauer dieses Heiligtums, im 38. Jahr seines Alters, im 12. seiner Profess.“

Um 1757 kam noch ein weiterer Einsiedler hinzu: Bruder Arsenius Fritz (O.S.Fr.) aus Großlangheim. Nach einem Streit übersiedelte dieser 1772 nach Oberthulba, wo er als Bruder Georg lebte. Am 24. Juli 1784 starb Bruder Hilarion Balling und wurde in Thulba begraben. Seit 1784 ist die Klause unbesetzt.

Der Gedenkfriedhof 

Nach dem Ersten Weltkrieg errichteten die Kriegsheimkehrer vor dem Eingang des Eremiten-Häuschens einen kleinen Gedenkfriedhof für die Gefallenen aus Frankenbrunn. Für jeden Gefallenen wurde eine Stele aus Holz mit seinem Namen errichtet. Heute sind deren Namen zusammen mit denen der im Zweiten Weltkrieg Gefallenen auf dem steinernen Denkmal vor St. Bonifatius in Frankenbrunn vermerkt, wodurch der Gedenkfriedhof seine Bedeutung verlor und 1967 eingeebnet wurde.

Propst Mauritius von Westphalen (1710-1719) besetzte 1719 die Einsiedelei mit Bruder Hilarion Balling aus Müdesheim bei Arnstein. Nach dem Tod des Josef Gros übernahm dieser die Kapelle.

St. Michaelskapelle 

Frankenbrunn/Oberthulba

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