Der Fünf Wunden Weg

Näherten sich einst die Wallfahrten von Frankenbrunn der Michaelskapelle auf dem Waldweg, so zogen sie an den letzten hundert Metern an den Bildern der „Fünf Wunden Jesu“ vorüber. Die Originale dieser Bilder befinden sich heute im restaurierten Zustand in der St. Bonifatius–Kirche in Frankenbrunn. Dafür sind nun auf dem Waldweg die neu errichteten Kopien dieser Originale zu sehen.
 

Der Bildstock

Zu alten Zeiten soll hier auf der Hallstätter Höhe der Bildstock errichtet worden sein. 

Damals soll ein Jäger aus Aberglauben nach Sonne und Mond und nach diesem Bildstock geschossen und das daran geheftete blecherne Bildnis des gekreuzigten Erlösers durchschossen haben, worauf das Bild geblutet habe. 

In den Wirren des dreißigjährigen Krieges geriet der Bildstock in Vergessenheit. Als man ihn nach dem Krieg wieder fand, sollen die Blutspuren noch deutlich wahrzunehmen gewesen sein. 

Hierauf wurde die Sache bekannt und so soll der Platz ab 1695 oft besucht worden sein. Manche fanden hier, wie ein alter Zettel meldet, ihre Gesundheit wieder und zwar ist es geschehen:

 

  1. dass ein Mädchen von Brückenau, welches auf der linken Seite vom Schlagflusse gelähmt, sich nicht bewegen konnte, dahin getragen wurde und wieder frisch und gesund hinweg gehen konnte;

  2. dass ein Mann aus Breidenbach lahm dahin gekommen und wieder gerade von dannen gegangen ist;

  3. dass ein Jüngling von Karlsbach, welcher täglich mit der fallenden Sucht behaftet gewesen, sich dahin verlobt und seine Gesundheit wieder erlangt habe;

  4. dass eine Frau von Aschfeld, die ganz taub gewesen, ihr Gehör allda wieder erhalten habe;

  5. dass ein Mann von Schönau ein dreijähriges Kind, welches nicht auf den Beinen stehen konnte, dorthin getragen und bei dem Bildstocke niedergesetzt habe, von wo es glücklich aufgestanden und gelaufen sey;

  6. dass ein Mann von Gramschatz, der drei Jahre lang von großen Schmerzen geplagt gewesen, eine heilige Messe und zwei Kerzen dorthin verlobt habe, und von den Schmerzen befreit worden sey;

  7. dass ein Mann von Prozelten sein mit der fallenden Sucht behaftetes Kind dorthin verlobt habe, worauf es gesund geworden;

  8. dass eine Frau, die bei ihrem dreitägigen Kinde die Milch verloren, diesen Ort besuchte und beim Anblick des Kreuzes, das vor dem Bildstocke errichtet worden, dieselbe wieder bekommen habe;

  9. erzählte Bruder Hilarius, dass auch ein Kind von Elfershausen, welches blind gewesen, an diesem Orte wieder sehend geworden sei;


Der verbliebene Rest des Bildstocks, der ganz am Beginn der Geschichte dieser Kapelle steht, ist heute rechts des Altars aufgestellt.

St. Michaelskapelle 

Frankenbrunn/Oberthulba

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